Pressestimme: Trikon Hochschulzeitung

Mit viel Gefühl

An der Fachhochschulabteilung Bocholt der Fachhochschule Gelsenkirchen haben gemeinsam mit dem Oberhausener Unternehmen „AdInside“, dem Gelsenkirchener Fachhochschulinstitut für Journalismus und Public Relations sowie in Kooperation mit der Universität Bonn die Arbeiten zu einem Entwicklungsprojekt begonnen, das dazu führen wird, dass Handy-Nutzer speziell auf sie und ihre aktuelle Nutzersituation zugeschnittene Empfehlungen auf ihr Mobiltelefon bekommen. Das Projekt „AdMotional“ erweitert übliche Werbung durch eine emotionale, persönliche, situationsbezogene, dynamisch zusammengestellte Ansprache. BBV Foto
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(BL) Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Diese Weisheit des Marketings umzusetzen und die Köder auf die verschiedenen Typen von Fischen abzustimmen, ist gar nicht so leicht. Dabei öffnen die technisch neuen Handys dem Anbieter von Dienstleistungen neue Möglichkeiten. Denn mit ihnen surft der Nutzer im Internet. Und sie ermitteln den Aufenthaltsort des Nutzers auf deutlich weniger als hundert Meter genau. Das erlaubt es, dass Handy-Werbung auf ihn persönlich und seine aktuelle Erlebnissituation zugschnitten wird. Theoretisch. Doch bisher gibt es das noch nicht. Prof. Dr. Manfred Meyer vom Bocholter Fachbereich Maschinenbau der Fachhochschule Gelsenkirchen will das ändern. Er startete mit einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt, bei dem am Ende Ihr Handy weiß, was Sie mögen und wo Sie sind. Beispielsweise: Sie gehen in Bocholt ins Theater, aus Ihrem Nutzerverhalten beim Surfen weiß das Handy, dass Sie gepflegte Unterhaltung in stilvollem Ambiente mögen. Jetzt kommen Sie nach dem letzten Vorhang aus dem Theater und Ihr Handy empfiehlt Ihnen passgenau in der Umgebung des Theaters eine nette Cocktailbar und ein gepflegtes Restaurant. Oder: Student oder Studentin kommt aus der Vorlesung, es ist 17 Uhr und am Abend ist in Bocholt ein Konzert einer angesagten Gruppe. Es gibt noch Karten. Kaum schaltet der Studierende am Ausgang der Fachhochschule sein Handy ein, erfährt er, dass er noch Karten zum Restpostenpreis an der Abendkasse kaufen kann. Außerdem ist noch Zeit, vorher beim besten Döner der Stadt einen Imbiss einzunehmen.

Bis es jedoch so weit ist, muss noch eine Menge Arbeit geleistet werden. Meyer: „Vier Professoren, sechs Mitarbeiter und eine ganze Reihe studentischer Hilsfkräfte aus den Bocholter Fachbereichen Maschinenbau und Elektrotechnik sowie dem Gelsenkirchener Institut für Journalismus und Public Relations werden in den kommenden Monaten die informationstechnischen Regeln erarbeiten, die Handy und Internetserver wissen müssen, um eine solche Dienstleistung auf Wunsch bereitzustellen und werden bei der dynamischen Gestaltung der Werbung mitarbeiten, denn der versandte Text soll sich beispielsweise am Alter des Nutzers orientieren. Auch der Zuruf soll dem Kunden gefallen, nicht dem Absender. Den Forschungsanteil erledigen wir an der Fachhochschule und in Zusammenarbeit mit dem ‚Life & Brain-Institut’ an der Universität Bonn. Darüber haben wir eine Doktorandin im Entwicklungsboot, die am Magnetresonanztomographen für uns ermittelt, ob die entwickelten Muster im Hirn von Probanden ie richtigen positiven Emotionen erzeugen. Denn ärgern will der Werbende seine Kunden ja auf gar keinen Fall. Die Bestimmung der Handynutzung und des aktuellen Surfverhaltens des Kunden sowie der Versand der Werbung auf das Nutzer-Endgerät erfolgt durch das Oberhausener Unternehmen ‚AdInside’.“ Das Projekt kostet rund eine Million Euro. Der Anteil der Fachhochschule daran beträgt mehr als ein Drittel, 324.000 Euro davon kommen aus Mitteln der EU und des Landes Nordrhein-Westfalen. Ende 2010/Anfang 2011 soll das Projekt marktreif werden und dann von „AdInside“ angeboten werden. Wer mehr wissen will, surft zu www.admotional.org.

Trikon
Gerade noch in der Vorlesung Wissen getankt und Informationen übers Handy recherchiert, jetzt geht es in die Pause: Das Studentenhandy der Zukunft weiß, was jetzt für Studierende zählt: Hinweise auf eine gute Pizzeria und ein Tipp, wo es noch Karten für das heute angesagte Konzert gibt. Foto: FHG/ML

Innovationen fördern

Am Fachhochschulstandort Bocholt erläuterte ein Vortragsnachmittag staatliche und regionale Unterstützungsprogramme für Innovationen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

(BL) Immer deutlicher wird in Staat und Gesellschaft wahrgenommen, wie viele Arbeitsplätze von kleinen und mittleren Unternehmen angeboten werden, welche Wirtschaftsleistung in ihnen steckt und das man ihre innovative Kraft als Faktor der Zukunftssicherung fördern sollte. An der Fachhochschulabteilung Bocholt wurden im November staatliche und regionale Unterstützungsprogramme vorgestellt, die kleinen und mittleren Unternehmen bei der Umsetzung innovativer technologischer Ideen helfen können. Dazu gehört beispielsweise das Euregio-Programm „Mechatronik für kleine und mittlere Unternehmen“. Während des Vortragsnachmittags trugen verschiedene regionale Einrichtungen vor. Unternehmensvertreter stellten darüber hinaus erfolgreiche Projekte vor, die Hochschule selbst bot an, mit dem Mechatronik-Institut Bocholt Partner bei der Entwicklung neuer mechatronischer Systeme zu sein.

Link zur kompletten Trikon-Ausgabe 1/2010 (PDF) auf der Website der FH Gelsenkirchen.